Wirklich? Gewöhnungsbedürftiges Mexiko – #1 Verkehr

¡Hola! Willkommen auf diesem Blog! Schön, dass du hergefunden hast, denn dies soll der erste Beitrag für „Leben in México“ sein. México schreibe ich auf die mexikanische Art und das spricht man: Mechchiko. Mit einem scharfen ch wie in ‚ich‘. Fauchend. Mexiko also. Und der heutige Beitrag soll sich auf Integration & Kulturschock beziehen. Ich möchte noch einmal dasselbe Thema aus einer Instagram-Challenge der deutschen Auswanderer aufgreifen. Ich schreibe jetzt eine Mini-Serie mit mehreren Beiträgen zum Thema:

Woran ich mich in Mexiko gewöhnen musste
oder sogar anhaltend noch muss.

Der Verkehr ist wohl eines meiner alltäglichen noch immer gewöhnungsbedürftigen Situationen. Wir haben in Zacatecas einen 6-spurigen Boulevard, der sich einmal quer durch die Stadt zieht. Die Verkehrsader schlichtweg. Hier geht es alles super schnell und chaotisch. Ich erinnere mich gut daran, wie ich im Frühjahr 2016 das erste Mal mit dem Auto fahren sollte und auf den Boulevard. Ich habe praktisch den Großteil unseres Umzugs von der Mietwohnung im Zentrum zu unserem eigenen Haus etwas am Rande des Zentrums mit unserem Auto gemacht. Dafür musste logischerweise Auto fahren. Über den Boulevard.

Wie soll ich diese erste Zeit nennen? Augen zu und durch. Einfach drauflos. Wären einige Titel. In Zacatecas muss man einfach drauf losfahren. Lücke suchen, manchmal winke ich mit dem Arm aus dem Fenster. Den Blinker kann man nämlich leider nicht so ernst nehmen. Bei vielen funktioniert er nicht, sie benutzen ihn nicht oder sie lassen ihn an – man weiss also nicht, ob der Fahrer jetzt noch rüber will oder einfach nur nicht hört, dass er blinkt. Alleine diese Blinker-Situation verursachte bei mir Unsicherheit, heute noch Augenrollen und Kopfschütteln.

Das größte Auto hat Vorfahrt

Es wird gerne rechts überholt. Schnell bis sehr schnell. Leute, die es eilig haben, schlängeln sich ihren Weg über den Boulevard. Immer noch erschrecke ich mich manchmal, wenn mich rechts auf der Spur mit 50 km/h ein Auto mit 80 km/h oder schneller überholt. Sie kommen von allen Seiten!! Gewöhnungsbedürftig.

Außerdem auch Parken im Halteverbot, in zweiter Reihe (Parken! Nicht Halten), Halten mitten auf der Straße zum Ein- und Aussteigen…

Das „Recht des Stärkeren“ oder „Wer zögert, verliert“ gilt auf den Straßen in Zacatecas. Und ich habe mir sagen lassen, dass es in Mexiko-Stadt oder Guadalajara viel schlimmer zu geht. In Mexiko-Stadt erinnere ich mich an eine Taxifahrt, die wirklich super heftig war. Chaotisch, schnell und mit angehaltenem Atem. Aber es passiert nichts oder doch viel weniger, als es nach meinen augenscheinlichen Berechnungen müsste. Hier gewinnen bei der Vorfahrt aucj meist die dicken amerikanischen SUVs oder Pick-Ups. Sind sie weiß mit verdunkelten Scheiben (Drogenkartelle oder Polizei-Spezialeinheit), dann sowieso.

Lebensgefährlich

Mein Deutsches Herz schlägt für Sicherheit und Vor-Sicht; sprich Prävention. Das sehen Mexikaner nicht so eng. Es schnallen sich wenige Menschen beim Autofahren an. In Taxis sucht man den Anschnallgurt vergebens. Für die Touristen unter meinen Lesern – einfach vertrauen und sich fahren lassen. Könnte holprig werden.

Kindersitze – sehr oft leider Fehlanzeige. Die Kinder werden so mitgenommen und nicht mal der Erwachsenen-Gurt wird bei ihnen benutzt. Das ist etwas, was ich wirklich mit Traurigkeit beobachte. Es ist schlicht fahrlässig. Ich denke immer an etwas, was ich in Deutschland schon zu meinem Vater gesagt habe: „Es geht nicht darum wie toll du fährst und wie sicher, wir müssen auch an die Dummheit und Fahrlässigkeit der anderen denken.“ Und in Anbetracht der vielen fahruntauglichen Autos auf den zacatecanischen Straßen, kann ich oftmals wirklich nur den Kopf schütteln, wenn auch eine Freundin von mir ihre kleinen Mädchen, einfach so, hinten im Auto sitzen hat.

Dies gilt für Zacatecas. Soweit ich informiert bin, variieren die Vorschriften von Staat zu Staat. In Mexiko-Stadt kontrolliert die Polizei und es gibt Kindersitz-Pflicht.

Und eine weitere erwähnenswerte Angelegenheit ist das Passierenlassen von Rettungsfahrzeugen. Daran merkt man, dass die Menschen nie angewiesen wurden, weder der Krankenwagenfahrer noch die Bürger. Bei den drei Spuren auf dem Boulevard fährt der Krankenwagen ganz links und alle Autos müssen nach rechts ausweichen. Wenn Stau ist, dauert es gefühlt ewig. Manche reagieren überhaupt nicht, weil sie es nicht hören oder sehen oder was weiß ich. Wie viele Minuten, vielleicht lebensrettende Minuten gespart werden könnten, wenn die Menschen eine Rettungsgasse bilden würden. Ach, manchmal bricht mir das Herz, wenn ich diese Situation sehe, wie der Krankenwagen sich durch den Verkehr quält.

So viel dazu, wie ich das Auto fahren in Mexiko erlebe. Ich muss allerdings auch dazu sagen, dass die Leute hier sehr geduldig sind und selten jemand beschimpft wird. Wenn ein alter klappriger Pick-Up, auf der mittleren Spur mit 40 km/h dahin tuckelt, ist meistens klar, dass es Menschen vom Dorf sind und da wird ohne Schimpfen passiert. Wenn jemand auf der Straße hält, um jemanden rauszulassen, wird selten gewettert oder gar gehupt. Natürlich kommt es auch immer auf die Person an, aber generell, trotz der auf den ersten Blick chaotischeren Verhältnisse für einen Deutschen, fahre ich hier gerne Auto – wahrscheinlich, weil ich ebenso chaotisch bin. Mein Motto ist, das passt schon und Punkt.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s